12./13. April 2008
Samstag, 15 Uhr. Es wird hektisch auf der Bude, die Bundesbrüder, die ab 19.30 Uhr beim Festkommers zum 95. Stiftungsfest der Ö.k.St.V. Greifenstein chargieren sollen, schleppen den mit Wichsen vollgepackten Koffer und die Standarte zu Dionysos’ Auto. Es gilt möglichst früh im Kolpinghaus Alsergrund zu sein, damit ja genügend Zeit zum Proben bleibt. Schließlich feiern wir unser Stiftungsfest gemeinsam mit unserer Tochterverbindung, e.v. K.Ö.B. Ostgau zu Wien, sowie unserer Freundschaftsverbindung, e.v. K.Ö.St.V. Austro-Bavaria zu Wien. Und das bedeutet, dass insgesamt 17 Chargierte (neben den drei feiernden Verbindungen auch noch Vertreter e.v. K.Ö.St.V. Vindobona II, Vertreterinnen e.v. K.Ö.St.V. Vindobona Nova sowie die flankierte WSTV-Standarte) aufeinander abgestimmt werden müssen.
Unterdessen halte ich auf der Bude die Stellung, weil ja das gute Gulasch, das traditionell beim Kommers-Ausklang auf unserer Bude verspeist wird, noch ein letztes Mal so richtig eingekocht werden will. (Wir haben nämlich aus dem Desaster des Vorjahres gelernt und es nicht drei Tage klang durchkochen lassen, was damals nämlich zur Folge hatte, dass Chilli und ich gegen halb zwei zu dem Schluss kamen, „dass des dunkle da drin echt net normal is und wir des oarme Gulasch am besten ins Klo schütn“.) Das letzte Aufkochen dürfte mir übrigens recht gut gelungen sein, denn als ich nach dem Kommers mit einiger Verspätung auf der Bude eintraf, war der Topf schon so gut wie leer – ob das jetzt an der Zahl der treuen Gäste (es waren ja wirklich sehr viele) oder an deren Gier lag, sei dahingestellt.
Denn um meine Gulasch-Befindlichkeiten geht es ja hier auch gar nicht, sondern vielmehr um ein Erinnerungsstück an ein wunderschönes Stiftungsfest, das einiges zu bieten hatte. Immerhin haben zwei unserer Bundesbrüder endlich einen mutigen Schritt gewagt: Tintifax und Centurio ließen sich nach gefühlten hundert aktiven Semestern und ebenso vielen Chargen (immerhin haben sie ja wesentlichen Anteil daran gehabt, dass die Greifenstein das ist, was sie derzeit ist) philistrieren – was unserem lieben Philistersenior Brutus einmal mehr die Gelegenheit gab, ihnen Greifensteins Dank auszusprechen und in Erinnerungen an schöne gemeinsame Momente zu schwelgen (dass er dabei ausschweifend geworden wäre, ist nur ein böses Gerücht!). Zudem gab es ein 100-Semester-Band zu verleihen, nämlich an unseren lieben Bundesbruder Parsifal; Aristides wurde das 50-Semester-Band überreicht (Theoderich, der leider nicht kommen konnte, wurde sein 100-Semester-Band verspätet bei Brutus’ Geburtstagsfeier auf der Bude am 11. Juli überreicht).
Ach ja, und nach der gemeinsamen Reception und gleichzeitigen Branderung mit Chilli sind wir an besagtem Samstag auch zusammen geburscht worden. Wer weiß, vielleicht lassen wir uns ja einst auch am selben Tag philistrieren… (Natürlich erst nach vielen, vielen aktiven Semestern im Dienste unserer Verbindung!)
Unterdessen hat unser neuer Fuchsmajor Joge seinen ersten großen Festkommers bravourös absolviert (und kraft seiner Gewalt als Contrarium während der Festrede von unserem lieben Kartellbruder Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal v/o. Dion, NbW im ÖCV auch ein paar Störenfriede zurechtgewiesen). Alles in allem war es ein sehr eindrucksvolles Stiftungsfest, das dann auf unserer Bude noch gebührend weitergefeiert wurde – und zwar so ausgiebig, dass eine Handvoll Bundesbrüder direkt vom Ausklang zur Festmesse am Sonntag in der Karmeliterkirche kam. Und nein, sie sind nicht während der Messe eingeschlafen, und auch nicht beim Heurigen ums Eck, wo wir nach dem Festgottesdienst einkehrten. Und für alle, die sich am Sonntag in der Früh aufgerafft hatten – das waren immerhin gut zwei Dutzend Greifensteiner und Austro-Bavarier –, war es nach einem ereignisreichen Samstagabend ein sehr entspannender Sonntag, den einige Bundesbrüder im Schweizerhaus ausklingen ließen. Ja, wir Greifensteiner verstehen es eben zu feiern…
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